Zwischen China und Den USA tobt ein Tech-Krieg. Mittelpunkt der Auseinandersetzung ist der Chip. In Forschung und Produktion dieses für viele Technologien wichtigen Steuerungselements hinkt China hinterher. Und das soll nach Wunsch der USA auch so bleiben. Deshalb setzt die US-Regierung alles dran, China von der Chip-Zufuhr abzuschneiden. Sie verhängt Exportverbote und zwingt Länder wie Japan, Korea und die Niederlande, dasselbe zu tun. Aber wird diese Politik erfolgreich sein? Dazu hat Paul Triolo, Technologieexperte beim US-Beratungsunternehmen Albright Stonebridge Group, im American Affairs Journal einen langen Artikel geschrieben mit dem Titel „A New Era for the Chinese Semiconductor Industry: Beijing Responses to Export Controls”. Darin beschreibt er sehr detailliert, wie China auf die amerikanischen Sanktionen reagiert – nämlich mit einer – wie er es nennt – „China Semiconductor Industrial Policy 3.0“. Sie besteht aus vier Elementen: einem new top-down approach (unter Vizepremier Ding Xuexiang wurde eine „leading small group“ installiert), mit verstärkten Investitionen in Grundlagenforschung, mit dem Nutzen von Open-Source-Hardware und – ganz wichtig – Public-Private Partnerships. Dabei spielt vor allem die Zusammenarbeit mit Huawei eine Rolle. Der Telekom-Konzern engagiert sich seit Jahren massiv in der Chipforschung. Ob angesichts dieser Anstrengungen der Chinesen die amerikanische Restriktionspolitik erfolgreich sein wird, stellt Triolo in Frage. Das Gegenteil könnte eintreten: China holt gewaltig auf und macht sich dadurch von den westlichen Zulieferern unabhängig. Der Schuss in diesem Techkrieg könnte also nach hinten losgehen: „Western tool makers could be perhaps the biggest victims as they are gradually frozen out what had been a huge, growing, and lucrative market that they dominated”, schreibt Triolo.
Info:
Den Artikel von Paul Triolo im American Affairs Journal kann man hier downloaden: