Eine interessante, nicht unbedingt dem amerikanischen Mainstream entsprechende These vertritt Timothy R. Heath, Verteidigungsexperte des Thinktanks RAND. In seinem Report „The Chinese Military’s Doubtful Combat Readiness” unterstellt er China nicht – wie viele seiner Kollegen – einen baldigen Angriffskrieg gegenüber Taiwan oder gar eine militärische Auseinandersetzung mit den USA. Er attestiert zwar, dass die Volksbefreiungsarme (VBA) in den vergangenen Jahren bei Waffen und Ausrüstung gewaltig aufgeholt hat, aber: „China’s ability to translate that material power into combat power remains far from proven.“ Er weist darauf hin, dass China seinen letzten Krieg 1979 geführt habe, also über wenig Kampferfahrung verfüge. Heath stellt die zunächst etwas seltsam anmutende Frage: „What is the purpose of the Chinese military?“ Seien Antwort: Im Gegensatz zu vielen anderen Armeen, die einen Feind von außen abzuwehren hätten (oder selber einen Angriffskrieg führten) gibt es auch Armeen, die eher zur Machterhaltung der Herrschenden eingesetzt würden und mögliche Gegner im Innern beobachteten. Zu letzterer Gruppe von Armeen zählt er auch die VBA: „I argue that the Chinese military is fundamentally focused on upholding CCP (Chinese Communist Party) rule rather than preparing for war.“
Info:
Hier kann man die RAND-Studie„The Chinese Military’s Doubtful Combat Readiness” downloaden: