MODE I China auf der Paris Fashion Week

Am 11. März ging in Paris die Fashion Week zu Ende. Wie schon zuvor in Mailand – bei der anderen wichtigen Modeschau in Europa – spielten auch in der französischen Hauptstadt chinesische Akteure eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Sie traten als Designer, Unternehmer und Models auf. Hier eine kleine Retroperspektive der chinesischen Auftritte auf und abseits der Laufstege.

Unter den chinesischen Designern, die in Paris präsentierten, sind vor allem folgende vier aufgefallen:

  • Rui Zhou: Die an der Parsons School of Design in New York ausgebildete Designerin Rui Zhou gründete 2019 ihr eigenes Label Rui. 2021 gewann sie als erste Chinesin den prestigeträchtigen LVMH-Preis. In Paris präsentierte sie in ihrer Show „Edge of Touch“ ihre Mode, die von vielen als genderless bezeichnet wird. Ihre Philosophie: Bekleidung ist eine second layer of skin.
  • Di Du: Die in Shanghai geborene Di Du studierte an der Royal Academy im belgischen Antwerpen. 2019 fiel sie zum ersten Mal bei der New York Fashion Week auf. Im selben Jahr gründete sie ihr eigenes Label DIDU. 2021 debütierte sie in bei der Fashion Week in Paris, wo sie inzwischen auch lebt. Dieses Jahr präsentierte sie ihre fetisch-beeinflusste Mode in ihrer Show “Skin and Bones: Layers of Desire”. Ihre Party bei der diesjährigen Fashion Week war ein Muss für alle chinesischen Influencer.
  • Wang Chen Tsai-Hsia: Die Taiwanesin Wang Chen gründete bereits 1978 das Label Shiatzy Chen zusammen mit ihrem Ehemann Wang Yuan-Hong. Wang, die keine der renommierten Designschulen besucht hat, produziert „neo-Chinese chic“, eine Kombination aus traditioneller chinesischer Kleidung und westlichem Style. In Paris überraschte sie dieses Jahr mit Kleidungsstücken, die Inspirationen der Miao-Minderheit aus der Provinz Guizhou aufgenommen haben.
  • Uma Wang: Sie ist eine der renommiertesten chinesischen Designerinnen. Sie wechselte nach ihrem Textilstudium an der China Textile University in Shanghai nach London, wo sie an der Central Saint Martins (CSM) Modedesign studierte. Bereits 2005 gründete sie ihr eigenes Label. In Paris liess sie sich dieses Jahr von der Kunst der Renaissance inspirieren.

Noch mehr als diese vier chinesischen Designerinnen stand freilich eine andere Chinesin im Rampenlicht der Paris Fashion Week: Chu Wong oder auch Wong Quyou. Das 178 Zentimeter große und 33 Jahre alte Model lief unter anderem für Balmain, Rabanne, Stella McCartney und Hermès über die Laufstege. Sie ist derzeit das chinesische Star-Model. Sie debütierte schon 2015 auf der Paris Fashion Week. Sie war mehrmals auf den Titelseiten der Vogue und anderen Modezeitschriften. Sie posierte für Werbekampagnen von Luis Vuitton und Hermès. Inzwischen ist „Wong more than a model – she’s growing into a marketing powerhouse”, schreibt Jing Daily. 2023 begann sie auch unter dem Namen zu singen. Ihre erste Single hatte den Titel „Bad Kiss n Dreams.“

Info:

Hier ein Artikel in Jing Daily über Chinas Auftreten bei der Paris Fashion Show: https://jingdaily.com/posts/china-s-paris-fashion-week-power-play-designers-kols-retail-expansion

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