REISEN I Fünf Mythen über den chinesichen Touristen

Der Amerikaner Alexander Glos reiste gerade drei Wochen durch Europa. Er sprach dort mit Tourismusbehörden, Hotelmanagern und besuchte die ITB in Berlin. Dort fiel ihm aus: “Everyone seems to have a mythical idea of what the Chinese traveler is.” Zurück in Shanghai, wo er als CEO für das Beratungsunternehmen China i2i Group arbeitet, verarbeitete er die Gespräche. In einem Beitrag auf Linkedin arbeitet er fünf Mythen über den chinesischen Touristen heraus und versucht sie zu widerlegen. Mythos 1: Chinesen hassen Strände. Ja, sie lassen sich nicht wie die Europäer, Australier und Amerikaner in der Sonne grillen. Aber sie sind trotzdem an den Stränden von Bali oder dem Malediven, bevorzugen aber Aktivitäten wie Bootfahren oder Paragliding. Mythos 2: Berge sind bevorzugte Reiseziele. Historisch und kulturell bedingt reisen Chinesen gerne in die Berge, aber trotzdem verachten sie die Strände nicht, auch weil es dort mehr Resorts gibt. Mythos 3: Sie essen nur Chinesisch. Eine Umfrage ergab gerade, dass 76 Prozent der chinesischen Touristen für lokale Spezialitäten offen sind. Wer jemals gesehen hat, wie Chinesen sich über ein Eisbein in Berlin oder eine Schweinshaxe in München hergemacht haben, glaubt das sofort. Mythos 4: Sie reisen nur zum Shoppen. Das sei vielleicht vor zehn Jahren richtig gewesen. Statt für Handtaschen oder teure Kleider geben sie ihr Geld inzwischen lieber für Aufenthalte in Fünf-Sterne-Hotels, Luxus-Spas oder exklusive Ausflüge aus. Mythos 5: Alle Touristen sind budget travellers. Das sei „amusingly wrong”, schreibt Glos, Im Gegenteil: “Chinese travellers are the big spenders of global tourism.“  Im Schnitt würden sie auf ihren Reisen in Europa 5000 Euro ausgeben.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen auf den Balearen oder Kanaren ein chinesisches Ehepaar bei Tapas und einer Paella in einem Luxusressort gegenübersitzt.

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